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Montag, 2. Juni 2014

The Little Mermaid Except Shark

Wenn einem zu Beginn eines Videos das E-Gitarren-Geschnodder des ADHD-Intros entgegenschnoddert, dann weiß der Betrachter mit Vorerfahrung: Jetzt wird's seltsam und auch nicht unbedingt jugendfrei. Selbst aus so weichgespültem Disney-Schmalz wie Arielles Part of Your World können die Leute von Animation Domination High-Def WTFiges machen, ganz einfach durch das Ersetzen der kleinen Meerjungfrau mit einem wissenshungrigen Hai.



Montag, 5. Mai 2014

Conan und der WikiBear

Auf dem diesjährigen International American Toy Fair wurde der WikiBear vorgestellt, ein Teddybär, der sich mt dem Internet verbindet, Sportergebnisse weiß, Fragen beantwortet, eine Lieblingsfarbe hat und Witze erzählt. Irgendwie sowas wie ein weniger stupides Furby. Wer sich dafür interessiert, der kann sich Videos davon ergooglen. Mir persönlich gefällt die parodierende Late Night-Version, die Conan O'Brien bei sich in der Sendung hatte, viel besser. Yaaaaay!





Samstag, 3. Mai 2014

How Gamers Eat Their Food

Grundsätzlich begegne ich Videos, die ein bereits virales Video referenzieren, eher mit Skepzis. Irgendwie kommt das so trittbrettfahrerig rüber, vor Allem aber sind sie meist nichts weiter als bestenfalls öde Abklatsche. Auf viele der How Animals Eat Their Food-Spoofs trifft dies auch zu (inklusive dem offiziellen Sequel), nicht so allerdings auf Mr. TVCows vdeospielthematische Reinterpretation des Videohits.



Freitag, 2. Mai 2014

Jon Lajoie – Please Use This Song

Als Musiker hat man es nicht leicht, habe ich gehört. Entweder ist man "underground", was bedeutet, dass einen keiner kennt, oder man kann von seiner Kunst leben, dann ist man ein Sell-Out. Für Jon Lajoie war die Entscheidung zwischen diesen beiden Übeln offensichtlich kein Problem, er hat einen Song geschrieben, der sich förmlich anbiedert für allerlei Produkte als Werbesong zu fungieren. Im dazugehörigen Video zeigt er schon mal, wie das dann ungefähr aussehen könnte. Dabei bleibt keine Werbespotschablone ungenutzt.

hier erschnorchelt

Musik ist übrigens nicht alles, was Jon Lajoie für Geld machen würde. Nach dem Sprung könnt ihr sehen, wie er sich für das passende Budget gegen Ehegleichheit ausspricht.

Samstag, 1. Februar 2014

Montag, 20. Januar 2014

Wenn Briten American Football kommentieren

Seit vergangener Nacht steht es fest: im diesjährigen Super Bowl am 1./2. Februar werden die Denver Broncos auf die SeattleSeahawks treffen. Seitein paar Stunden steht fest: auch ich darf mit meinem Madden-Charakter um die Footballkrone spielen.

Ich mag American Football. Trotz allem. Und so langsam glaube ich auch bis auf die allerobskursten Sonderregeln so ziemlich alles was da auf dem Feld abgeht ganz gut zu verstehen. Das kann man von dem Kommentator in folgendem Video nicht unbedingt behaupten...



Donnerstag, 21. November 2013

Naptime! – Wenn die Blagen plagen

Kinderlärm ist Zukunftsmusik, so heißt es. Bisweilen will man aber auch einfach nur mal das Hier und Jetzt genießen, da kann so ein Kind mit all seinen Ansprüchen schon mal stören. Nur gut, dass es das Verkaufsfernsehen gibt, da werden die tollsten Sachen angepriesen! Zum Beispiel eben auch die Erlösung für gestresste Eltern... entwickelt von wissenschaftlichen NASA-Doktoren mit Militärtraining!



Mittwoch, 20. November 2013

Die endgültige Entmystifizierung von Life Hacks

Es ist ja so eine Sache mit diesen Life Hacks... einerseits bin ich sehr dankbar dafür, dass das Internet mich gelehrt hat, wie man Chipstüten frische- und knusperbewahrend wiederverschließen kann, andererseits ist die allergrößte Mehrheit dessen, was einem mittlerweile so als revolutionärer Life Hack angepriesen wird entweder so banal, dass selbst kränkelnder Menschenverstand damit unterfordert wäre, unnötiger als ein Kropf oder aber schlicht umständlich und/oder inpraktikabel. Es ist halt nicht so leicht, wenn man sich einen dem Ei des Kolumbus gewidmeten YT-Channel eingerichtet hat, dann aber feststellen musste, dass man nicht genug Eier hat.


Seht nach dem Sprung, was Max von HeySticks zu dem Thema zu sagen hat.


Montag, 14. Oktober 2013

Fake Trailer: Aquaman

Hollywood hat die Comichelden für sich (wieder)entdeckt, Ironman, Batman, dieser langweilige Typ mit der Kringellocke, sie alle locken das Publikum in lukrativen Scharen ins Lichtspielhaus. Selbst im Mainstream vorher weniger bekannte Spandexträger wie Elektra oder Daredevil haben in den letzten zwei Jahrzehnten ihre blockbusterige Inszenierung von den großen Filmstudios zugestanden bekommen. Nur einer wird nach wie vor äußerst stiefmütterlich behandelt, wenn es darum geht, auf der Leinwand seine Superkräfte zeigen zu dürfen: Aquaman.

Doch keine Angst, demnächst kommt ein Film raus, der diesen Missstand ändern wird. Irgendwie. Also, annähernd. Naja, ein bisschen halt.


Donnerstag, 3. Oktober 2013

Frauen, Ihr seid schuld!

Man hört ja in letzter Zeit immer wieder Meldungen über Vergewaltigungen in Indien. Das bedeutet natürlich nicht, dass es dieses Problem vorher in Indien nicht gab,und schon gar nicht, dass es ein typisch indisches Problem ist, sondern schlicht, dass die Medien diesen Fällen in den letzten Monaten besondere Aufmaerksamkeit haben zukommen lassen. 

Jene Aufmerksamkeit hat das indische Comedy-Kollektiv All India Bakchod beschlossen auszunutzen und mit ihrem bitterbösen PSA-Spoof auf die Unsinnigkeit hinzuweisen, den Fehler beim Opfer zu suchen:
"Every sexual assault case in India inspires a string of stupid and hateful remarks against women. This is our response to those remarks."

Freitag, 27. September 2013

Cats Must Go Under the Seats!

Fliegen gehörte früher zu den regelmäßigen Tätigkeiten meines damals noch frischen Lebens. Im Rahmen dessen habe ich diese Flugsicherheitshinweise vor dem Abheben schon so oft gehört, dass ich irgendwann aufhörte, ihnen Beachtung zu schenken. Hätte ich mal tun sollen, denn offenbar hat sich da einiges getan. Feedbags gab es damals nämlich noch nicht, Die Sitze durfte man nicht behalten und auch am Schwimmbad wurde nie ein Zwischenstop eingelegt.




Montag, 2. September 2013

One more Baker! – Every Tech Commercial Ever

Hach ja, die Werbung! Während Ferrero derzeit wohl die Entscheidung, von ihrer üblichen heile Welt Sehnsuchtsmasche abgerückt zu sein und sich fragen muss, ob man Schokolade als "weiß" bezeichnen darf, bleiben andere gleich bei ihren schematischen Werbestrategien. Werbung für technische Gadgets, zum Beispiel, kommt allzu oft doch arg generisch daher. Dass hat auch CollegeHumor bemerkt und sich angeschickt, die generischste aller Tech-Werbungen zu drehen. Erfolgreich.



Dienstag, 27. August 2013

Mercedes rettet inoffiziell Millionen Menschenleben

Ich kann ja verstehen, weshalb Mercedes Benz diesen inoffiziellen Werbespot, der vielmehr ein studentisches Filmprojekt von Studenten der Filmakademie Ludwigsburg ist, niemals als offizielle Werbung schalten würde. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, möglicherweise aber auch völlig unabhängig davon ist das eine großartige Idee großartig umgesetzt und absolut sehenswert.


Mittwoch, 21. August 2013

Donnerstag, 8. August 2013

YouTube interpretiert: David After Dentist


David After Dentist aus dem Jahre 2009 ist mit über 120 Millionen Views eines der beliebteten filmischen Werke auf dem Videoportal YouTube. Für den Macher bedeutete es den finanziellen Durchbruch, durch die Vermarktung des Videos und dazugehöriges Merchandise wie zum Beispiel T-Shirts konnte es mit dieser Low Budget Produktion massive Gewinne einfahren.

Das Video zeigt einen siebenjährigen Jungen, der nach einer kieferorthopädischen Operation die Folgen einer Vollnarkose durchlebt.

Wie für die Plattform YouTube nicht unüblich, ist das Video im Stil eines Heimvideos gehalten. Es ist sehr minimalistisch gehalten, es gibt nur einen Drehort, einen Darsteller sowie eine Stimme aus dem Off. Kostüm und Maske geben sich dezent und alltäglich, auf Soundeffekte oder gar einen Soundtrack wurde gänzlich verzichtet.

Rein formal erinnert David After Dentist also stark an das letzte Woche behandelte Video Charlie bit my finger – again ! und auch das Thema, eine scheinbar banale Szene aus dem Leben eines Kindes, weckt Assoziationen zu dem Branchenprimus. Die Aussagen der beiden Filme sind allerdings sehr verschieden. Während in Charlie bit my finger – again ! eine gesellschaftliche Parabel zu erkennen ist, behandelt David After Dentist in erster Linie ein sehr viel individuelleres Problem: die innere Unrast beim Erwachsenwerden, wobei auch in diesem Werk ein gewisses Maß an Gesellschaftskritik zu erkennen ist; namentlich Kritik daran, dass Kindern in unserer schnellebigen Welt kaum noch Zeit zum Kindsein gegeben wird und sie von der hektischen Leistungsgesellschaft immer früher in die erwachsene Welt von Selbstständigkeit und Verantwortung gedrängt werden.

Der Übergang von Kindheit zu Pubertät ist fließend und, gerade für den Heranwachsenden selbst kaum wahrnehmbar. In David after Dentist wird dies dadurch verdeutlicht, dass der Film mitten in einem Satz des Protagonisten einsteigt, er hat also keinen klassischen Anfang und der Zuschauer wird ohne Vorbereitung in die Erlebenswelt Davids katapultiert. Auf die einleitende Frage seines Vaters "How did it go?" antwortet David: "I didn't feel anything." Hiermit wird die bereits erwähnte schleichende und oft auch überraschende Natur des Heranwachsens verdeutlicht. Dass lediglich der Eintritt, nicht jedoch der Prozess der Pubertät oft unbemerkt bleibt, zeigt Davids nachgeschobene Äußerung "I feel funny!". Der Vater reagiert auf diesen versteckten Hilfeschrei seines Sohnes nicht etwa mit Unterstützung, sondern mit einem vermeindlich wissenden "Kinda felt good, didn't it?". Diese latent bevormundende Art von Eltern, die meinen, von ihren längst vergangenen Erfahrungen auf das momentane Erleben ihres Heranwachsenden Nachwuchses schließen zu können, ist ein häufiges Problem eben jener Jugendlicher, die sich nicht ausreichend ernstgenommen fühlen. Ein weiteres Beispiel für dieses elterliche Unverständnis für die von ihren heranreifenden Jugendlichen empfundene Orientierungslosigkeit zeigt sich etwas später in dem Wortwechsel: "I can't see anything" – "Yes, you can!"

Davids nächster Satz, "Is this real life?", verdeutlicht nicht nur sehr gut die von pubertierenden oft wahrgenommene Orientierungs- und Haltlosigkeit, sondern stellt auch eine sehr deutliche Anlehnung an das Lied Bohemian Rhapsody von Queen dar ("Is this the reals life? Is this just fantasy?"). Obwohl um die Intention besagten Liedes vom Texter Freddie Mercury stets ein großes Geheimnis gemacht wurde und selbst Experten diesbezüglich geteilter Meinung sind, so ist eine dennoch oft vertretene Interpretation, dass das Lied das Erkennen und Arrangieren des lyrischen Ichs mit seiner homosexuellen Veranlagung beschreibt. Obwohl ein solches Erlebnis nicht zwangsläufig an ein bestimmtes Alter gebunden ist, so ist, etwas allgemeiner betrachtet, die Idenditätssuche und -findung doch ein zentraler Aspekt der Jugendjahre, was die Interpretation stützt, dass sich David After Dentist mit eben jenem Abschnitt im Leben eines Menschen befasst.

Das Entdecken des eigenen Körpers ist ein wichtiger Prozess in der Entwicklung eines Kindes. Dieser Prozess beginnt zwar bereits im Vorschulalter, wird, nicht zuletzt durch neue und veränderte Entwicklungen im entsprechenden Alter, in der Pubertät aber besonders intensiv empfunden und gezielt vorangetrieben. In David After Dentist wird dieser bisweilen verwirrende Prozess ebenfalls thematisiert: "Oh, now I... I've two fingers!", "I have four fingers". Statt diesen Vorgang zu fördern, wird er vom Vater aus dem Off im Gegenteil eher ausgebremst: "Don't put that in– Don't put it in your mouth!"

Ein häufiger Konfliktpunkt zwischen Pubertierenden und ihren Eltern ist das Bestreben der Kinder, sich von ihren Eltern zu emmanzipieren, weshalb sie gelegentlich aufbegehren und sich der Bevormundung durch ihre Erziehungsberechtigten zu widersetzen. In David After Dentist zeigt sich dies in dem Aufbäumen Davids aus seinem Autositz, welches von einer non-artikulativen, nahezu schon primalen Interjektion begleitet wird. Dabei lässt sich David nicht von der Aufforderung "Stay in your seat!" beirren.

Der Film David After Dentist enthält, wie diese Interpretation zeigen konnte, die zentralen Aspekte einer Coming of Age-Story, doch ist in dem Film,wie eingangs bereits erwähnt auch Gesellschaftskritik zu erkennen. Immer öfter werden Kinder hatuzutage verfüht zu Erwachsenen gemacht, nicht zuletzt von der Wirtschaft, die in diesem Prozess die durchaus lukrative Vergrößerung der so gewinnbringenden Zielgruppe für Kosmetika, Parfums, Kleidung und ähnliches erkennt. Kinder, die im Allgemeinen das Erwachsenwerden kaum Abwarten können, sind hierbei durchaus kooperative Opfer, die damit verbundenen Pflichten und Erwartungen sind dabei allerdings bisweilen schlicht zu viel für das Kind. Die Tatsache, dass David gerade einmal sieben Jahre alt ist,kann als mahnendes Sinnbild fürdiese gesellschaftliche Entwicklung verstanden werden. Dass Davids Vater durch exzessives Marketing des Ruhms seines Sohnes erhebliche Gewinne einstreichen konnte, entbehrt im Lichte dessen nicht einer gewissen tragikomischen Ironie.

Freitag, 2. August 2013

YouTube interpretiert: Charlie bit my finger – again !


Der britische Film Charlie bit my finger – again ! aus dem Jahre 2007 ist das beliebteste Video auf der Plattform YouTube, bei dem es sich nicht um ein professionelles Musikvideo handelt. Es wurde bereits über 500.000.000 mal angeschaut und sorgte sowohl für den Produzenten, Regisseur und Kameramann Howard Davies-Carr, als auch für die beiden Darsteller Harry und Charlie Davies-Carr für erhebliches öffentliches Interesse und Ruhm.

In dem 56 Sekunden kurzen Filmwerk wird die Geschichte vom dreijährigen Harry erzählt, der im Spiel mit seinem ein Jahr alten Bruder Charlie von jenem in den Finger gebissen wird. Nach anfänglicher Erheiterung versucht Harry das Erlebnis zu replizieren, stellt nun aber fest, dass der Biss seines Bruders durchaus schmerzhaft sein kann.

Stilistisch und formal ist Charlie bit my finger – again ! in der Form eines gewöhnlichen Home Videos gehalten, es handelt sich um ein so genanntes One Shot Video, es weist also keinerlei Schnitt auf und ist daraus folgend auch mit lediglich einer einzigen Kamera aufgenommen worden. Kulisse, Kostüm und Maske sind dezent bieder gehalten und auch das Instrument Sprache wird zurückhaltend eingesetzt, Harry besetzt die einzige Sprechrolle in dem Film.

Es wird also gezielt der Eindruck erweckt, als handle es sich bei Charlie bit my finger again ! um ein banales Video, möglicherweise, um den Betrachter auf die Alltäglichkeit und Omnipräsenz der zwischen den Zeilen aufgegriffenen Thematik hinzuweisen und die beinahe schon apathisch-ignorante Gleichgültigkeit, mit welcher wir Gewohnheitstiere uns mit dem Problem abgefunden haben, zu verdeutlichen.

Charlie bit my finger – again ! ist eine Parabel für das Verhältnis zwischen Staat und Bürger, zwischen Lenker und Gelenktem. Harry, der in dem Film ein T-Shirt mit der Aufschrift "England" trägt, steht hierbei offensichtlich für den Staat England, vielleicht sogar für das britische Königshaus, was durch die königsblaue Farbe besagten Hemdes nahegelegt wird. Die Macher des Films bedienen sich hier mit dem großen Bruder eines beliebten und bekannten Sinnbildes für den oppresiven Staatsapparat, bereits in Aldous Huxleys 1984 stand der Big Brother für einen totalitären Diktator. Im Gegensatz zu Huxleys großem Bruder handelt es sich bei Harry jedoch um einen vergleichsweise volksnahen Herrscher oder Machtapparat.

Der Bürger, repräsentiert durch den schwächeren, kleinen Bruder Charlie, ist auf dem Schoß des großen Bruders platziert, die beiden teilen sich gemeinsam eine Decke. Auf den ersten Blick wirkt dies harmonisch und wohlwollend von Harry, was sicherlich auch der Eindruck ist, den Harry, also die oppresive Obrigkeit, nach außen hin sowie Charlie gegenüber vermitteln möchte. Die scheinbare Nähe zum Volk könnte aber auch als Strategie zur besseren Kontrolle und Überwachung interpretiert werden. "Halte deine Freunde nah bei dir, aber deine Feinde nöch näher" rät schon Sunzi in Die Kunst des Krieges.

Das Bestreben des großen Bruders, seinem Untergebenen als Freund und Gefährte zu erscheinen zeigt sich auch in den Reaktionen Harrys in der Interaktion mit Charly. Beim ersten Biss gibt sich Harry noch amüsiert, gibt zwar schon ein warnendes "Charlie!" von sich, maskiert dieses aber mit einem Lachen. Dass Harry den Vorfall mit diesem Lachen aber keineswegs abtut und den Vorfall auf sich beruhen lässt, zeigt sich in der Äußerung "Charlie bit me!" Diese Aussage wirkt so, als wollte sich der große Bruder den Sachverhalt noch einmal vor Augen führen und seine Implikationen ausmachen. Harry scheint bewusst zu werden, dass Charlie keineswegs harmlos, oder auch "zahnlos", ist und dass die ihm gebotenen (Brot und) Spiele nicht ausreichen, um ein Aufbegehren zu verhindern, vielmehr scheint Charlie Gefallen an diesem bisschen zivilen Ungehorsam zu finden, wie dessen Mimik, die sowohl als Grinsen, als auch als Zähne zeigen verstanden werden kann. Diese Erkenntnis spiegelt sich in dem versteinerten Halblächeln auf Harrys Gesicht wieder. Als Charlie dann auch beim zweiten Mal in den wie zum Test hingehaltenen Finger beißt und dabei noch offener Schadenfreude erkennen lässt, weicht die Maske des wohlgesonnenen großen Bruders vollends aus Harrys Gesicht und er wird Charlie gegenüber laut, um die Machtverhältnisse klarzustellen. In den darauf folgenden Sekunden lässt der leere Gesichtsausdruck Harrys darauf schließen, dass eine neue Strategie, den "kleinen Bruder" unter Kontrolle zu halten, erarbeitet wird. Ist diese gefunden, kehrt das scheinbar freundliche Lächeln zurück in das Antlitz des Machthabers und seine Hand, oder auch der Arm als Sinnbild für die Exekutive, verschwindet unter der Decke, in den Untergrund also. Dies kann als Abkehr von der offenen Konfrontation hin zu verdeckteren Methoden wie im Verborgenen agierenden Geheimdiensten verstanden werden. Doch, und hier endet das Werk mit einem offenen Ende, auch dies scheint Charlie nicht vom Geschmack der neu gefundenen Souveränität abzubringen, denn er beugt sich erneut zum Beißen dem nun verborgenen Finger entgegen.

Charlie bit my finger – again ! kann also als Warnung verstanden werden. Sowohl als Warnung vor der Gefahr, einen vordergründig freundlichen Despoten nicht als der Tyrann der er ist zu erkennen, in Richtung Charlies, oder eben der Bürger, andererseits aber auch als Mahnen in Richtung der Obrigkeit, dass sich die Untergebenen eben nicht täuschen lassen und sich mit ihren bescheidenen Mitteln durchaus zu wehren wissen. Den Ausgang des Konflikts zwischen Herrscher und Bürger scheint der Film offen zu lassen, was als Zeichen für die fortwährende Natur jenes Konflikts interpretiert werden kann, es wirkt jedoch so, als wollen die Macher andeuten, dass letzten Endes Charlie siegreich sein wird. Dies zeigt sich zum einen darin, dass der Film kurz vor dem Höhepunkt eines weiteren Aufbäumens Charlies endet, zum anderen unterstützt der Titel des Videos diese These. Anders als im Englischen üblich wird einzig ein Wort groß geschrieben: Charlie. Er scheint den Titel, und somit auch den ganzen Film zu dominieren. Ebenfalls fällt auf, dass zwischen dem Wort again und dem abschließendem Ausrufezeichen im Titel eine Leerstelle gelassen wurde, als wolle der Macher die Möglichkeit offen lassen, an dieser Stelle noch beliebig oft "and again" einzufügen. Auch die Tatsache, dass Charlie als einzige Person im Titel genannt wird, obwohl es doch eigentlich Harry ist, der im Film scheinbar die Macht besitzt und auch die einzige Sprechrolle besetzt, kann so verstanden werden, dass Harrys Vorherrschaft eben doch nur eine Illusion oder ein vorübergehender Status ist, in Wirklichkeit und auf lange Sicht gesehen die wahre Macht bei Charlie, dem kleinen Mann, gehört.

Bei Charlie bit my finger – again ! handelt es sich um ein revolutionäres, aufrührerisches Stück Zeitgeschichte, das, wie es historisch gesehen bei derlei Werken so oft der Fall ist, als Komödie getarnt wie ein Wolf im Schafspelz daherkommt. Obwohl der Film mittlerweile über ein halbes Jahrzehnt alt ist, scheint er jetzt, zu Zeiten von Prism und Co. nichts an Aktualität verloren zu haben.

Sonntag, 14. Juli 2013

Montag, 8. Juli 2013

A propos Ehegleichheit: Fake-Trailer für World War G

Ein gerne vorgebrachtes Argument in der Diskussion um gleichgeschlechtliche Ehen ist ja, dass die traditionelle Ehe beschützt werden muss und das Erweitern des Ehebegriffs ein direkter Angriff auf die klassische Familie sei. Diesem Angriff sieht sich die Institution Ehe seit dem Beschluss des amerikanischen obersten Gerichts, der sogenannte Defense of Marriage Act sei verfassungswidrig, nun ein weiteres Stück hilfloser gegenüber und man mag sich gar nicht vorstellen, in welch Unglück jener Beschluss die Gesellschaft stürzt. Die Leute von Funny or Die haben es sich trotzdem vorgestellt und aus ihrer Horrorvision und dem Trailer zu World War Z ihr ganz eigenes Endzeitszenario gestrickt: World War G.



Montag, 10. Juni 2013

Bei Thor, Prancercise!

Kennt ihr schon den neuesten Fitnesstrend? Prancercising lässt die Pfunde schonend purzeln, macht Spaß, führt zu physischer und spiritueller Exzelenz und sieht dabei noch total cool aus. Joanna Rohrback hat dieses Fitnessprogramm entwickelt und es sich patentieren lassen, zeigt uns, nach dem Sprung, in einem Video wie es geht und hat damit sogar den Gott des Donners als praktizierenden Anhänger gewinnen können. Also, schnürt die Tänzelschuhe, denn was für den Sohn des Odin gut ist, kann für uns Sterbliche ja wohl auch nicht falsch sein!


Donnerstag, 9. Mai 2013

Trailer: The World's End

Simon Pegg und Nick Frost... muss ich noch mehr sagen? Okay: Edgar Wright... noch mehr? Martin Freeman! Wer jetzt noch nicht vor Begeisterung vom Stuhl gekippt ist, der hat entweder keine Ahnung, oder er saß von vorneherein gar nicht auf einem Stuhl. Bei Letzterem kann ich nicht helfen, bei ersterem vielleicht schon.

Simon Pegg und Nick Frost sind Schauspieler, die zwar auch alleine tätig sind, ihre Sternstunden aber als Duo in den von Edgar Wright mitgeschriebenen und regiegeführten Satiren Shaun of the Dead und Hot Fuzz hatten. Martin Freeman ist auch Schauspieler, ein sehr guter sogar, wie er in Sherlock beweist. Einer, der durchaus komisches Talent besitzt, wie er unter anderem in der UK-Version von The Office bewiesen hat. Ein großer Name im Filmgeschäft, wie er auf den Plakaten von The Hobbit bewiesen hat. Und all diese Leute haben sich zusammengetan und einen Film gedreht, der da heißt The World's End. In bester Wright/Pegg/Frost-Manier stand hierfür ein klassisches Filmgenre, in diesem Fall Science-Fiction-Horror, Pate. Dieses wurde allerdings, wie Shaun of the Dead und Hot Fuzz es erwarten ließen, durch die britische Humormangel gedreht und in eine Satire verwurschtelt, die wohl durch schwarzen Humor, einer gewissen Prise Slapstick und geschickten Genre-Stereotypen glänzen dürfte. Das zumindest lässt einen der Trailer erhoffen und die Präzedenzfilme vermuten.