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Sonntag, 15. Februar 2015

Gamephilephoto 22 – Einsamkeit



Endlich schaffe ich es mal wieder, bei Redmakers #gamephilephoto-Aktion mitzumachen. Ein Screenshot zu einem bestimmten Thema, der zeigt, weshalb Videospiele so toll sind, wie sie es nun mal sind. Thema diese Woche: Einsamkeit.

Das richtige Spiel zu diesem Thema zu finden, fiel mir gar nicht so schwer, ein geeignetes Bild aus jenem Spiel hingegen war weniger leicht gefunden, aber hier ist es dann doch:



Unbekannte Weiten, niemand hört dich schreien, die letzte Grenze... Das Weltall wird und wurde in verschiedensten Weisen um- und beschrieben, vielleicht am simpelsten und treffendsten aber von jener Spielereihe: Dead Space. Tot ist es, das All. Eigentlich ja eher untot, oder so... denn allein ist man dort in diesem Spiel nicht, vielmehr gibt es dort allerlei Gekreuche, was einem mal gehörig an den Pelz möchte. Ausnahmslos alles, was man dort oben so auffindet, so hat man das Gefühl, will einem Böses. Unglaublich schrecklich Böses. Und so freut man sich fast über jede Passage, wo man mal tatsächlich vorübergehend alleine durch verlassene, dunkle Gänge schleicht, wäre da nicht die Gewissheit, dass hinter der nächsten Ecke wieder irgendwas Schmatzendes, Schleimiges nur darauf waret, einem den Kopf abzureißen. Genau diese Gewissheit ist es, die dafür sorgt, dass man sich, umringt von Nekrodingsies, so einsam fühlt, alleine unter vielen, vor allem aber alleine gegen viele. Schrecklich! Herrlich!

Sonntag, 18. Januar 2015

Gamephilephoto 18 – Cheater!





Up up down down left right left right B A start
Just because we use cheats doesn't mean we're not smart 
Das singen die Moldy Peaches in ihrem großartigen Song Anyone Else But You auf dem großartigen Soundtrack des ebenso großartigen Films Juno. Ein Zitat, dem ich beherzt zustimmen mag, auch ich schummel bisweilen beim Daddeln. Dementsprechend kommt mir das dieswöchige Thema in Redmakers Blogprojekt #gamephilephoto auch recht entgegen: Cheater. Das wundert allerdings auch nicht, war es doch mein Themenvorschlag...

 Ich hätte eine ganze Reihe an Spielen im Pool der Kandidaten zu diesem Stichwort. Bei Aufbauspielen wie SimCity oder Irgendwas Tycoon gebe ich mir gerne mal etwas Zusatzkapital, auf dass ich fröhlich zu bauen vermag, große Freude machte mir der DK Cheat in einem indizierten Bond-Spiel auf dem N64, der die Charaktere mit übergroßen Köpfen und bodenlangen Armen herumlaufen ließ und ich schäme mich nur ein kleines Bisschen zuzugeben, dass ich ohne das eingeben des Codes oblivionisathand bei Turok 2 für den N64 nicht allzu weit gekommen wäre. Aber das Bild einer pixeligen Nebelwand zu posten, damit wäre niemandem ein Gefallen getan. Deswegen fiel meine Wahl auf diesen Screenshot:


Sonntag, 11. Januar 2015

Gamephilephoto 17 – Reset




Ja, ja, Runden 14 bis 16 werde ich auch noch nachholen, aber nun geht es erst mal darum, die aktuelle Runde nicht auch wieder zu verpassen. Stichwort diese Woche: Reset.

Wisst ihr noch, als Konsolen einen eingebauten Knopf hatten, eigens zum Resetten? Und den musste man, so wurde einem gesagt, auch unbedingt drücken, bevor man das Gerät ausschaltet, weil sonst, so wurde einem weiter gesagt, gar schreckliche Dinge mit der Konsole passieren würden. Spontanbrand durch Überhitzung, Verlust sämtlicher Spielstände, irgendwie sowas stellte ich mir beim Missachten jenes Gebots aus. Hach, das waren noch Zeiten, als man sich den Konsolen-GAU phantasievoll ausmalen musste und nicht sofort einen roten Ring vor Augen hatte... Ich vermisse diese Zeiten, irgendwie mochte ich den Reset-Knopf an Konsolen. Nun wäre jener allerdings ein Kndidat für Hardwarephilephoto, bei diesem Projekt passt das aber nicht so ganz. Deswegen gibt es von mir diese Woche jenes Photo:





Das vermisse ich nämlich auch. Cartridges im Allgemeinen, vor allem aber das Ausschalten der Konsole, Entfernen der Cartridge, und besonders das Frrrrrrp! Frrrrrrrp! beim Sauberpusten der Kontakte, wenn das Spiel beim Booten hängenblieb. Hach und nochmal hach! Und irgendwie war das ja auch ein Resetten, oder? Gilt? Gilt!

Sonntag, 14. Dezember 2014

Gamephilephoto 13 – Sozial



Es ist mir ein Gram dass ich die letzten beiden Runden des #gamephilphoto-Projekts wieder ausgesetzt habe, weshalb ich diese Woche auch unbedingt wieder mitmachen möchte, selbst wenn mir das Thema dieses Mal erneut nicht unbedingt eine Ideenflut beschert. Sozial lautet es, dieses Thema.

Ich bin ja eigentlich eher so der Einzelspieler, besonders dann, wenn die Mitspieler nicht im gleichen Raum wie ich, sondern am anderen Ende einer Internetleitung sitzen, kann ich dem Multiplayer-Spiel nicht allzu viel abgewinnen. Das heißt jetzt natürlich nicht, dass ich absolut nie zu mehrt spiele, und auch nicht, dass ich daran so überhaupt keinen Spaß haben kann. Im Gegenteil, schöne Erinnerungen habe ich an Super Mario Karts Battle Modus, Super Bomberman 2 Super Street Fighter, einem indizierten Bond-Shooter, Forsaken 64, diverse FIFA Titel, Tekken Dead or Alive, GTA Online, Assassin's Creed... reichlich Stoff eigentlich für diesen Beitrag. Aber keines dieser Spiele stellt mein dieswöchiges Gamephilephoto. Stattdessen gehen wir weit zurück in meine Videospielvergangenheit. Sehr weit! Bis an den Anfang.


Sonntag, 23. November 2014

Gamephilephoto 10 – Anspruch



Themen 8 und 9 des #gamephilephoto-Projekts hole ich irgendwann demnächst noch nach, nun steht aber erst mal die zehnte Runde an. Anspruch lautet hier das Stichwort. Nicht leicht, aber nachdem ich mir bewusst gemacht habe, dass ich ja genauso gut auch den Mangel selbigens zum Thema machen könnte, vielen mir gleich mehrere Spiele ein. Und hierfür habe ich mich entschieden: 


Sonntag, 2. November 2014

Gamephilephoto 7 – Rausch




Nach einer ausgesetzten Runde bin ich diese Wocher wieder dabei bei Radmakers Blogaktion #gamephilephoto. Thema dieses Mal ist das Stichwort Rausch.

Hmm... mein erster Gedanke ging in Richtung GTA V und Michaels Freefall-Erfahrung. Aber dann spielte ich Far Cry 3... Meine Güte, Jason Brody ist ganz schön druff, in dem Spiel! Pilze, Gras und was auch immer Citra einem da so zum Trinken gibt, diese falsche Schlange. Zwei Drogenerfahrungen aus Far Cry 3 landeten in der engeren Auswahl, zum einen die Mission, in welcher man Hoyts Drogenfelder niederbrennen muss, welches definitiv die bessere Szene der beiden Rausch-Finalisten ist, was allerdings von dem unerwarteten Einsatz von Skrillex & Damian "Jr. Gong" Marleys Make It Bun Dem herrührt, von der musikalischen Untermalung also, die ja nun bei Gamephilephoto keine Rolle spielen sollte. Also fiel die Entscheidung auf die andere der beiden Szenen, jene hier nämlich:

Sonntag, 12. Oktober 2014

Gamephilephoto 4 – Entspannung

 
Gamephilephoto zum Vierten. Thema diese Woche: Entspannung.

Ihr kennt das ja bestimmt: man kommt gerade von der Arbeit nach Hause, die Laser pfiffen einem nur so um die Ohren, des Todes knochige Kralle kratzte einem schon im Genick, das Forscherteam/die Alienrasse/die Welt im Allgemeinen ist gerettet und das Blut brodelt einem heiß vor Adrenalin. In solchen Momenten muss man etwas tun, um sich abzureagieren. Sex wäre eine Möglichkeit, aber die potentiellen PartnerInnen wollen viel lieber über ihre Daddy Issues und gefallenen Kameraden reden, als zu koitieren. 

In Situationen wie dieser fangen Leute das Trinken an, oder, noch schlimmer, besorgen sich eine Horde Katzen. Ich, hingegen, begab mich auf die Suche nach wertvollen Bodenschätzen. Einen Himmelskörper ausfindig machen, von allen Seiten begutachten, den Ausschlag beobachten und im richtigen Moment die Sonde abschießen... ist fast das Gleiche wie Sex, und dabei so viel entspannender!


Donnerstag, 25. September 2014

Gamephilephoto 2 – Schönheit


Und dann heißt es: Aber die Schönheit, ja die Schönheit ist wirklich schön,
doch sogar die schönste Schönheit kann auf die Nerven geh'n.
– Funny van Dannen, So enttäuscht vom Leben 


Runde Zwei in Redmakers Blogprojekt #gamephilephoto... und ich hasse ihn dafür, dass er mich allwöchentlich zwingt, allen Ernstes außerhalb von Twitter einen Hashtag zu verwenden.

Das Thema diese Woche lautet Schönheit. Die Allgemeinheit hat ja ein ziemlich klares Bild davon, was schön ist, und Videospielentwickler können jenes Bild dank Pixelchirurgie so gut bedienen wie sonst wohl kein Medium. Leider wird allzu oft vergessen, dass Schönheit letzten Endes dann doch subjektiv ist und Leute, deren Schönheitsideal nicht dem der breiten Masse entspricht, dann doch ein wenig düpiert sein können, wenn dann mal eine Figur, die sie vielleicht mal sie anspricht, lediglich als Witzfigur fungiert. Mir jedenfalls geht es bisweilen so. Besonders, wenn einem durch einen Charaktereditor eigentlich die Möglichkeit vorgegaukelt wird, sich eine Figur ganz nach eigenem Gusto erschaffen zu können, man beim Körpertyp dann aber lediglich auswählen kann, welches Maß von "extrem Muskelbepackt" man haben möchte, geht einem diese "Schönheit" schon mächtig auf den Senkel... Rock Band, ich meine dich!


Dienstag, 16. September 2014

Gamephilephotos 1 – Anfang

Wer auf Twitter unterwegs ist, der wird nicht daran vorbei gekommen sein, vor gut einer Woche über das Hashtag #cinephilephoto gestolpert zu sein. So ging es auch dem guten Herrn Redmaker, denn ich hatte ihm das Hashtag eigenhändig vor die Füße geworfen. Bei dieser Aktion ging es darum, einen Screenshot aus irgendeinem Film zu posten, welches optimal veranschaulicht, weshalb man der Liebe zum Film verfallen ist. Dies hier waren übrigens meine beiden Beiträge hierzu. Inspiriert von dieser netten Challenge hat Redmaker nun das Blogprojekt #gamephilephotos ins Leben gerufen. 


Und so geht's: Die Teilnehmer suchen sich zum jeweiligen Wochenthema einen Screenshot aus einem Videospiel und erklären mehr oder, in meinem Fall vermutlich, weniger kurz weshalb sie beim gegebenen Thema eben jenes Bild vor Augen hatten,

Den Anfang macht der Begriff "Anfang". Na, dann mal los!

Mittwoch, 30. April 2014

Das Reboot



Ich hatte ziemlich viel um die Ohren in letzter Zeit. Leider musste darunter auch dieses Blog leiden und mehrere Monate brach liegen. Die Zeit zum Bloggen hätte ich zwar wohl irgendwie aufbringen können, allerdings hatte ich den Kopf nicht dafür frei.

An meiner Situation hat sich zwar ncht so unbedingt viel geändert, aber ich habe mir fest vorgenommen, der Flaute hier im Blog ein Ende zu bereiten. Sollte irgendwer Webschnorcheln noch auf dem Schirm haben, kann er oder sie  ab sofort also wieder mehr und regelmäßigeren Content erwarten. Ich werde mein bestes geben, die Erwartungen zu erfüllen.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

#Mundpropaganda – Gentlemen gegen Homophobie

Ich bin mir nicht so ganz sicher, was die GQ für eine Zeitschrift ist, ich glaube, sie ist so ein bisschen das, was rauskäme, wenn man aus dem Playboy all die Tittenbildchen verbannen tät. Lifestyle halt. Ein ganz gewisser Lifestyle mit Morgenmantel, Pfeifchen und Cognacglas. Ein Lifestyle, jedenfalls, der, so jung und dynamisch er sich auch gerne gibt, immer eine distinkte Note Mottenkugel verströmt. Vielleicht tu ich dem Heftchen hiermit unrecht, wie gesagt, ich habe da noch nie einen Blick reingeworfen. Wenn ich auf deren Website aber lese, dass Machos wieder in sind und von Frauen begehrt werden, dann glaube ich, mit meiner Mutmaßung nicht allzu weit daneben zu liegen.

Umso schöner die Aktion, die GQ nun gestartet hat. Mundpropaganda nennt sie sich und daraus besteht sie: Bilder von heterosexuellen Prominenten, die sich küssen.


Das ist eine schöne Aktion. Nicht nur, weil wirklich schöne Bilder dabei rauskamen, sondern vor allem weil sie eines macht: Exposition. GQ setzt seine Leser Bildern aus, die auf diese zunächst vermutlich befremdlich wirken, mit der Dauer aber vertrauter und weniger anstößlich werden. Und mit Gewöhnung ist ein wichtiger Schritt zur Akzeptanz getan. So gesehen ist es also ganz gut, dass gerade ein Mottenkugelheftchen so eine Aktion startet, denn gerade in so einem Millieu ist, so denke ich, durchaus noch Nachholbedarf gegeben. Unter diesem Aspekt sind auch die "related" Artikel unter dem Editorial zur Aktion fast zu entschuldigen:

Fast..!

Nun ja, nach dem Sprung gibt es ein Making Of-Video zu sehen, in welchem teilweise überraschend teilnehmende Promis mehr oder minder kluge Sachen zur Aktion sagen.


Sonntag, 8. Dezember 2013

And the Reddy 2013 goes to...

Wie schon letztes Jahr ruft der Redmaker auch heuer wieder auf zur alternativen Lobhudelei auf die Daddelei. Videospiele, mittlerweile ja längst eine pralleutrige Cash Cow der Unterhaltungsindustrie, leiden so ein klein wenig unter ihrem kommerziellen Erfolg, meine ich zu glauben. Es ist doch so, dass Hype einen Großteil des Erfolgs eines Spiels ausmacht, der Anteil der Games, die nicht irgendein Sequel zu einem früheren Erfolg sind, immer mehr schwindet und innovative und/oder Indy-Games es schwer haben, sich einen Krümel des Kuchens der breiten Aufmerksamkeit zu erkämpfen.

Klar ist, dass Hype nicht immer ungerechtfertigt ist und ein erfolgreiches Konzept auch nicht konstant neu erfunden werden muss, dass bei den alljahresendlichen Best Of Listen aber allzu oft der kommerzielle Erfolg im Vordergrund steht ist eine Auffassung, die ich mit Redmaker teile, weshalb ich auch im Jahre 2013 wieder gerne an seiner alternativen Videospielretrospektive teilnehme.

Die Regeln sind simpel: es gibt ein, zwei Hände voll Kategorien, zu jeder sollen wir plusminus drei Titel nennen, die nicht zwangsläufig dieses Jahr erschienen sein müssen, sondern die sich eben dieses Jahr unserer Aufmerksamkeit ermächtigt haben.

So, los geht's:

Donnerstag, 8. August 2013

YouTube interpretiert: David After Dentist


David After Dentist aus dem Jahre 2009 ist mit über 120 Millionen Views eines der beliebteten filmischen Werke auf dem Videoportal YouTube. Für den Macher bedeutete es den finanziellen Durchbruch, durch die Vermarktung des Videos und dazugehöriges Merchandise wie zum Beispiel T-Shirts konnte es mit dieser Low Budget Produktion massive Gewinne einfahren.

Das Video zeigt einen siebenjährigen Jungen, der nach einer kieferorthopädischen Operation die Folgen einer Vollnarkose durchlebt.

Wie für die Plattform YouTube nicht unüblich, ist das Video im Stil eines Heimvideos gehalten. Es ist sehr minimalistisch gehalten, es gibt nur einen Drehort, einen Darsteller sowie eine Stimme aus dem Off. Kostüm und Maske geben sich dezent und alltäglich, auf Soundeffekte oder gar einen Soundtrack wurde gänzlich verzichtet.

Rein formal erinnert David After Dentist also stark an das letzte Woche behandelte Video Charlie bit my finger – again ! und auch das Thema, eine scheinbar banale Szene aus dem Leben eines Kindes, weckt Assoziationen zu dem Branchenprimus. Die Aussagen der beiden Filme sind allerdings sehr verschieden. Während in Charlie bit my finger – again ! eine gesellschaftliche Parabel zu erkennen ist, behandelt David After Dentist in erster Linie ein sehr viel individuelleres Problem: die innere Unrast beim Erwachsenwerden, wobei auch in diesem Werk ein gewisses Maß an Gesellschaftskritik zu erkennen ist; namentlich Kritik daran, dass Kindern in unserer schnellebigen Welt kaum noch Zeit zum Kindsein gegeben wird und sie von der hektischen Leistungsgesellschaft immer früher in die erwachsene Welt von Selbstständigkeit und Verantwortung gedrängt werden.

Der Übergang von Kindheit zu Pubertät ist fließend und, gerade für den Heranwachsenden selbst kaum wahrnehmbar. In David after Dentist wird dies dadurch verdeutlicht, dass der Film mitten in einem Satz des Protagonisten einsteigt, er hat also keinen klassischen Anfang und der Zuschauer wird ohne Vorbereitung in die Erlebenswelt Davids katapultiert. Auf die einleitende Frage seines Vaters "How did it go?" antwortet David: "I didn't feel anything." Hiermit wird die bereits erwähnte schleichende und oft auch überraschende Natur des Heranwachsens verdeutlicht. Dass lediglich der Eintritt, nicht jedoch der Prozess der Pubertät oft unbemerkt bleibt, zeigt Davids nachgeschobene Äußerung "I feel funny!". Der Vater reagiert auf diesen versteckten Hilfeschrei seines Sohnes nicht etwa mit Unterstützung, sondern mit einem vermeindlich wissenden "Kinda felt good, didn't it?". Diese latent bevormundende Art von Eltern, die meinen, von ihren längst vergangenen Erfahrungen auf das momentane Erleben ihres Heranwachsenden Nachwuchses schließen zu können, ist ein häufiges Problem eben jener Jugendlicher, die sich nicht ausreichend ernstgenommen fühlen. Ein weiteres Beispiel für dieses elterliche Unverständnis für die von ihren heranreifenden Jugendlichen empfundene Orientierungslosigkeit zeigt sich etwas später in dem Wortwechsel: "I can't see anything" – "Yes, you can!"

Davids nächster Satz, "Is this real life?", verdeutlicht nicht nur sehr gut die von pubertierenden oft wahrgenommene Orientierungs- und Haltlosigkeit, sondern stellt auch eine sehr deutliche Anlehnung an das Lied Bohemian Rhapsody von Queen dar ("Is this the reals life? Is this just fantasy?"). Obwohl um die Intention besagten Liedes vom Texter Freddie Mercury stets ein großes Geheimnis gemacht wurde und selbst Experten diesbezüglich geteilter Meinung sind, so ist eine dennoch oft vertretene Interpretation, dass das Lied das Erkennen und Arrangieren des lyrischen Ichs mit seiner homosexuellen Veranlagung beschreibt. Obwohl ein solches Erlebnis nicht zwangsläufig an ein bestimmtes Alter gebunden ist, so ist, etwas allgemeiner betrachtet, die Idenditätssuche und -findung doch ein zentraler Aspekt der Jugendjahre, was die Interpretation stützt, dass sich David After Dentist mit eben jenem Abschnitt im Leben eines Menschen befasst.

Das Entdecken des eigenen Körpers ist ein wichtiger Prozess in der Entwicklung eines Kindes. Dieser Prozess beginnt zwar bereits im Vorschulalter, wird, nicht zuletzt durch neue und veränderte Entwicklungen im entsprechenden Alter, in der Pubertät aber besonders intensiv empfunden und gezielt vorangetrieben. In David After Dentist wird dieser bisweilen verwirrende Prozess ebenfalls thematisiert: "Oh, now I... I've two fingers!", "I have four fingers". Statt diesen Vorgang zu fördern, wird er vom Vater aus dem Off im Gegenteil eher ausgebremst: "Don't put that in– Don't put it in your mouth!"

Ein häufiger Konfliktpunkt zwischen Pubertierenden und ihren Eltern ist das Bestreben der Kinder, sich von ihren Eltern zu emmanzipieren, weshalb sie gelegentlich aufbegehren und sich der Bevormundung durch ihre Erziehungsberechtigten zu widersetzen. In David After Dentist zeigt sich dies in dem Aufbäumen Davids aus seinem Autositz, welches von einer non-artikulativen, nahezu schon primalen Interjektion begleitet wird. Dabei lässt sich David nicht von der Aufforderung "Stay in your seat!" beirren.

Der Film David After Dentist enthält, wie diese Interpretation zeigen konnte, die zentralen Aspekte einer Coming of Age-Story, doch ist in dem Film,wie eingangs bereits erwähnt auch Gesellschaftskritik zu erkennen. Immer öfter werden Kinder hatuzutage verfüht zu Erwachsenen gemacht, nicht zuletzt von der Wirtschaft, die in diesem Prozess die durchaus lukrative Vergrößerung der so gewinnbringenden Zielgruppe für Kosmetika, Parfums, Kleidung und ähnliches erkennt. Kinder, die im Allgemeinen das Erwachsenwerden kaum Abwarten können, sind hierbei durchaus kooperative Opfer, die damit verbundenen Pflichten und Erwartungen sind dabei allerdings bisweilen schlicht zu viel für das Kind. Die Tatsache, dass David gerade einmal sieben Jahre alt ist,kann als mahnendes Sinnbild fürdiese gesellschaftliche Entwicklung verstanden werden. Dass Davids Vater durch exzessives Marketing des Ruhms seines Sohnes erhebliche Gewinne einstreichen konnte, entbehrt im Lichte dessen nicht einer gewissen tragikomischen Ironie.

Freitag, 2. August 2013

YouTube interpretiert: Charlie bit my finger – again !


Der britische Film Charlie bit my finger – again ! aus dem Jahre 2007 ist das beliebteste Video auf der Plattform YouTube, bei dem es sich nicht um ein professionelles Musikvideo handelt. Es wurde bereits über 500.000.000 mal angeschaut und sorgte sowohl für den Produzenten, Regisseur und Kameramann Howard Davies-Carr, als auch für die beiden Darsteller Harry und Charlie Davies-Carr für erhebliches öffentliches Interesse und Ruhm.

In dem 56 Sekunden kurzen Filmwerk wird die Geschichte vom dreijährigen Harry erzählt, der im Spiel mit seinem ein Jahr alten Bruder Charlie von jenem in den Finger gebissen wird. Nach anfänglicher Erheiterung versucht Harry das Erlebnis zu replizieren, stellt nun aber fest, dass der Biss seines Bruders durchaus schmerzhaft sein kann.

Stilistisch und formal ist Charlie bit my finger – again ! in der Form eines gewöhnlichen Home Videos gehalten, es handelt sich um ein so genanntes One Shot Video, es weist also keinerlei Schnitt auf und ist daraus folgend auch mit lediglich einer einzigen Kamera aufgenommen worden. Kulisse, Kostüm und Maske sind dezent bieder gehalten und auch das Instrument Sprache wird zurückhaltend eingesetzt, Harry besetzt die einzige Sprechrolle in dem Film.

Es wird also gezielt der Eindruck erweckt, als handle es sich bei Charlie bit my finger again ! um ein banales Video, möglicherweise, um den Betrachter auf die Alltäglichkeit und Omnipräsenz der zwischen den Zeilen aufgegriffenen Thematik hinzuweisen und die beinahe schon apathisch-ignorante Gleichgültigkeit, mit welcher wir Gewohnheitstiere uns mit dem Problem abgefunden haben, zu verdeutlichen.

Charlie bit my finger – again ! ist eine Parabel für das Verhältnis zwischen Staat und Bürger, zwischen Lenker und Gelenktem. Harry, der in dem Film ein T-Shirt mit der Aufschrift "England" trägt, steht hierbei offensichtlich für den Staat England, vielleicht sogar für das britische Königshaus, was durch die königsblaue Farbe besagten Hemdes nahegelegt wird. Die Macher des Films bedienen sich hier mit dem großen Bruder eines beliebten und bekannten Sinnbildes für den oppresiven Staatsapparat, bereits in Aldous Huxleys 1984 stand der Big Brother für einen totalitären Diktator. Im Gegensatz zu Huxleys großem Bruder handelt es sich bei Harry jedoch um einen vergleichsweise volksnahen Herrscher oder Machtapparat.

Der Bürger, repräsentiert durch den schwächeren, kleinen Bruder Charlie, ist auf dem Schoß des großen Bruders platziert, die beiden teilen sich gemeinsam eine Decke. Auf den ersten Blick wirkt dies harmonisch und wohlwollend von Harry, was sicherlich auch der Eindruck ist, den Harry, also die oppresive Obrigkeit, nach außen hin sowie Charlie gegenüber vermitteln möchte. Die scheinbare Nähe zum Volk könnte aber auch als Strategie zur besseren Kontrolle und Überwachung interpretiert werden. "Halte deine Freunde nah bei dir, aber deine Feinde nöch näher" rät schon Sunzi in Die Kunst des Krieges.

Das Bestreben des großen Bruders, seinem Untergebenen als Freund und Gefährte zu erscheinen zeigt sich auch in den Reaktionen Harrys in der Interaktion mit Charly. Beim ersten Biss gibt sich Harry noch amüsiert, gibt zwar schon ein warnendes "Charlie!" von sich, maskiert dieses aber mit einem Lachen. Dass Harry den Vorfall mit diesem Lachen aber keineswegs abtut und den Vorfall auf sich beruhen lässt, zeigt sich in der Äußerung "Charlie bit me!" Diese Aussage wirkt so, als wollte sich der große Bruder den Sachverhalt noch einmal vor Augen führen und seine Implikationen ausmachen. Harry scheint bewusst zu werden, dass Charlie keineswegs harmlos, oder auch "zahnlos", ist und dass die ihm gebotenen (Brot und) Spiele nicht ausreichen, um ein Aufbegehren zu verhindern, vielmehr scheint Charlie Gefallen an diesem bisschen zivilen Ungehorsam zu finden, wie dessen Mimik, die sowohl als Grinsen, als auch als Zähne zeigen verstanden werden kann. Diese Erkenntnis spiegelt sich in dem versteinerten Halblächeln auf Harrys Gesicht wieder. Als Charlie dann auch beim zweiten Mal in den wie zum Test hingehaltenen Finger beißt und dabei noch offener Schadenfreude erkennen lässt, weicht die Maske des wohlgesonnenen großen Bruders vollends aus Harrys Gesicht und er wird Charlie gegenüber laut, um die Machtverhältnisse klarzustellen. In den darauf folgenden Sekunden lässt der leere Gesichtsausdruck Harrys darauf schließen, dass eine neue Strategie, den "kleinen Bruder" unter Kontrolle zu halten, erarbeitet wird. Ist diese gefunden, kehrt das scheinbar freundliche Lächeln zurück in das Antlitz des Machthabers und seine Hand, oder auch der Arm als Sinnbild für die Exekutive, verschwindet unter der Decke, in den Untergrund also. Dies kann als Abkehr von der offenen Konfrontation hin zu verdeckteren Methoden wie im Verborgenen agierenden Geheimdiensten verstanden werden. Doch, und hier endet das Werk mit einem offenen Ende, auch dies scheint Charlie nicht vom Geschmack der neu gefundenen Souveränität abzubringen, denn er beugt sich erneut zum Beißen dem nun verborgenen Finger entgegen.

Charlie bit my finger – again ! kann also als Warnung verstanden werden. Sowohl als Warnung vor der Gefahr, einen vordergründig freundlichen Despoten nicht als der Tyrann der er ist zu erkennen, in Richtung Charlies, oder eben der Bürger, andererseits aber auch als Mahnen in Richtung der Obrigkeit, dass sich die Untergebenen eben nicht täuschen lassen und sich mit ihren bescheidenen Mitteln durchaus zu wehren wissen. Den Ausgang des Konflikts zwischen Herrscher und Bürger scheint der Film offen zu lassen, was als Zeichen für die fortwährende Natur jenes Konflikts interpretiert werden kann, es wirkt jedoch so, als wollen die Macher andeuten, dass letzten Endes Charlie siegreich sein wird. Dies zeigt sich zum einen darin, dass der Film kurz vor dem Höhepunkt eines weiteren Aufbäumens Charlies endet, zum anderen unterstützt der Titel des Videos diese These. Anders als im Englischen üblich wird einzig ein Wort groß geschrieben: Charlie. Er scheint den Titel, und somit auch den ganzen Film zu dominieren. Ebenfalls fällt auf, dass zwischen dem Wort again und dem abschließendem Ausrufezeichen im Titel eine Leerstelle gelassen wurde, als wolle der Macher die Möglichkeit offen lassen, an dieser Stelle noch beliebig oft "and again" einzufügen. Auch die Tatsache, dass Charlie als einzige Person im Titel genannt wird, obwohl es doch eigentlich Harry ist, der im Film scheinbar die Macht besitzt und auch die einzige Sprechrolle besetzt, kann so verstanden werden, dass Harrys Vorherrschaft eben doch nur eine Illusion oder ein vorübergehender Status ist, in Wirklichkeit und auf lange Sicht gesehen die wahre Macht bei Charlie, dem kleinen Mann, gehört.

Bei Charlie bit my finger – again ! handelt es sich um ein revolutionäres, aufrührerisches Stück Zeitgeschichte, das, wie es historisch gesehen bei derlei Werken so oft der Fall ist, als Komödie getarnt wie ein Wolf im Schafspelz daherkommt. Obwohl der Film mittlerweile über ein halbes Jahrzehnt alt ist, scheint er jetzt, zu Zeiten von Prism und Co. nichts an Aktualität verloren zu haben.

Dienstag, 29. Januar 2013

Redio Schnorchel: Heavy Roadation

Nachdem ich mir mal eben schnell selbst auf die Schulter klopfe für diese kalauerigste Überschrift seit langem, muss ich nun wohl auch erklären, was es damit auf sich hat.

Der Redmaker (daher auch "Redio", versteht ihr, ne?) – ihr solltet ihm alle eure Aufmerksamkeit schenken, sei es auf seinem Blog, bei seinen Gaming-Livestreams, auf Twitter oder sonstwie – hat zum Mitmachen aufgerufen. Music Monday – Project Roadtrip nannte er das, und das ist das Prinzip: "10 Songs, die ihr auf einem Roadtrip dabei haben wollt", will er von uns wissen. Ob das nun ein einmaliges Ding werden soll, oder ob er mit regelmäßigen neuen Themen daherkommen wird, ist mir aus dem Post nicht ganz klar geworden, ich hoffe aber auf letzteres. Zum Einen hatte ich nämlich am 52 Games-Projekt, auch wenn ich es da die letzten paar Male nicht zum Mitmachen gebracht habe, mächtig Spaß, zum Anderen bin ich in letzter Zeit ohnehin zimlich musikfixiert und überlege mir, in bester High Fidelity-Manier musikalische Top-Listen zu diversen Themen. Von meiner Seite also gerne mehr von diesen Music Mondays, aber nun erst mal zum anstehenden Thema.

[Weil jetzt gleich noch einiges an Text kommt, was sich bestimmt nicht jeder bis zum Ende durchlesen wird, weise ich einfach an dieser Stelle schon darauf hin, dass es mich sehr interessieren würde, welche 10 Songs ihr für einen Road Trip einpacken würdet. Lasst es mich, wenn ihr Lust habt, also einfach wissen, in den Kommentaren bei mir, beim Redmaker, im eigenen Blog oder wie auch immer.]

Dienstag, 18. Dezember 2012

And the Reddy goes to...

Jahresende, Retrospektive allerortens. Nicht nur Ereignisse werden erinnert, sondern auch Filme, Musik, Games ets. Und um letzteres geht es nun auch hier, denn, und hier itiere ich mal den Redmaker:  
Kaum geht ein Jahr zuende, wird man überall totgeschissen mit den BESTEN GAMES des Jahres. Sind es aber auch wirklich immer die Top Titel?

Meist kommt es mir so vor, also würden nur die Top Verkaufszahlen heruntergebetet. [...] Also rufe ich hier jetzt mal feierlich zum etwas anderen Best Of 2012 auf!
Alternative Game-Awards will er also verteilt haben, der Redmaker. Den IgNobel-Preis der Videospiele quasi. Nach Möglichkeit soll man pro Kategorie drei Spiele nennen. Puh, das wird schwierig, kann ich mir doch leider lange nicht so viele neue Games leisten wie ich gerne hätte. Und wenn, dann gönne ich mir meist etwas ältere und somit reduzierte Spiele, also nicht unbedingt aus dem aktuellen Jahr. Aber das macht nichts, denn so eng sieht man das bei den Reddies nicht. Ich werde einfach aus dem Pool der Spiele schöpfen, die ich dieses Jahr gedaddelt habe, egal wann sie rauskamen. Außerdem habe ich mir das ein oder andere Let's Play angeschaut. Ich werde also auch Spiele erwähnen, die ich selbst zwar nicht gezockt habe, von denen ich aber dennoch glaube, einen ausreichend fundierten Eindruck bekommen zu haben. Ein paar Kategorien werde ich aber auch überspringen... Alles kar? Dann geht's jetzt los.

Mittwoch, 21. November 2012

Ein Regenbogen an Filmtipps – Teil 1: Spielfilme

Rund 5 Stunden und 12 Minuten haben Fracker, Redmaker und ich am Sonntag über Homosexualität gepodcastet, und doch ist längst nicht alles gesagt worden, was ich eigentlich noch gerne gesagt hätte, aber so ist das halt mit Vorbereitung, Gesprächsfluss und Gedächtnis und so.

Das Thema Homosexualität in den Medien wurde zwar auch nicht gerade knapp behandelt, und doch habe ich nicht alle Filme, die ich in diesem Zusammenhang als gut und wichtig erachte, unterbringen beziehungsweise ausreichend vorstellen können. Weil ich aber weiß, dass eine bloße empfehlende Nennung des Titels nur bei den Allermotiviertesten zu eigeninitiativer Recherche oder gar einem Nachgehen der Anschauempfehlung führt, habe ich beschlossen, in diesem Artikel etwas näher auf die erwähnten Filme einzugehen und noch ein paar weitere Tipps hinzuzufügen.

Natürlich erhebt diese Auflistung keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, dazu ist sie viel zu subjektiv geprägt, mein cineastischer Horizont noch zu ausbaufähig (ich werde hier nur Filme vorstellen, die ich selbst gesehen habe) und meine Erinnerung an bereits Gesehenes auch zu lückenhaft. Aber sie ist ein Anfang, vielleicht so etwas wie ein roter Faden für diejenigen, die ihren, nicht unbedingt nur cineastischen, Tellerrand vielleicht ein wenig in Richtung LGBT erweitern möchten, falls es so jemanden überhaupt unter meinen Lesern gibt.


Sonntag, 28. Oktober 2012

52 Games: Rätsel


Thema 39 des 52 Games-Projekts: Rätsel. Endlich mal wieder ein Thema, zu dem mir sofort ein Spiel einfällt. Wie zu erwarten war fiel allerdings nicht nur mir Assassin's Creed mit seinen Glyphenrätseln ein. Naja, heißt ja nicht, dass nicht auch ich darüber schreiben könnte, aber zugunsten der Vielfalt überlegte ich noch ein wenig weiter und verbrauchte auch nicht allzu viel Hirnschmalz, bis ich eine Alternative gefunden hatte; ich dachte einfach darüber nach, welches für mich wohl das beste Rätsel der Computer-/Videospielgeschichte sei, und siehe da, die Entscheidung fiel mir nicht schwer.


Jeder wird es erkannt haben: es geht um Monkey Island, das erste "richtige" Computerspiel, welches ich als Vollversion besaß und auch begeistert durchspielte. Kenner des Spiels werden auch sofort erkannt haben, um welches Rätsel es sich handelt. Unser Rivale und Nebenbuhler um das Herz der Gouverneurin von Mêlée Island versucht, uns aus dem Weg zu räumen. In wahrer Gangster-Manier schickt er uns mit den Fischen schlafen. Denkt er, denn zum Schlafen liegen dort auf dem Meeresgrund viel zu viele scharfe Gegenstände herum. Sollte also kein Problem sein, das Seil, welches uns an das schwere, wertvolle Idol fesselt zu durchtrennen. Irgendwann zu Beginn des Spiels erwähnt Guybrush Threepwood, dass er zehn (meine ich mich zu erinnern) Minuten lang die Luft anhalten kann. Was zu jenem Zeitpunkt noch als amüsante, lahme Qualifikation im Piraten-Bewerbungsgespräch als Lacher diente, wird nun auf einmal ein bedeutendes Detail, denn genau diese zehn (?) Minuten hat man auch Zeit, sich seinen Weg aus dem potentiellen nassen Grab zu bahnen. Genau dieses Aufgreifen eines scheinbar unwichtigen und schon fast vergessenen Details vom Beginn des Spiels ist einer der Aspekte, weshalb mich dieses Rätsel so begeistert hat. 

Noch begeisternder war aber die Lösung, aber dazu gleich erst mehr. Wie schon erwähnt, und wie ja auch auf dem Screenshot zu sehen ist, sind wir umringt von geeigneten Seilkappungsinstrumenten. Und hier lag für mich damals das erste Problem. Ohne ein Schwert im Inventar vermutete ich, dass das Instrument, für welches ich mich entscheiden würde, fortan zumindest einstweilen als meine Waffe fungieren müsste. Das wollte also gut überlegt und besonnen entschieden sein. Und Entscheiden gehörte noch nie zu meinen Stärken. Ich verbrachte mindestens die erste Minute also damit, abzuwägen, welche Waffe ich wohl aufnehmen wolle. Wofür ich mich entschieden habe weiß ich nicht  mehr, heute würde ich vermutlich das Fleischermesser wählen. Es spielt aber keine Rolle, wofür ich mich entschieden habe, denn egal welches Schneidewerkzeug man auch aufnehmen oder benutzen wollte, das Seil war zu kurz und so sehr man sich auch in selbiges hing, das begehrte Objekt war nicht zu erreichen. 

Was für ein fieser Zug des Spiels, einen erst in vermeindlicher Sicherheit zu wägen und dann doch die rettenden Gegenstände just außerhalb der Reichweite zu plazieren! Da kam dann doch so etwas wie leichte Panik auf... bis man dann auf die entscheidende Idee kam. "Nimm" klicken und dann auf das kostbare Idol. So einfach war das! Das schwere Idol, das einen bei allen Versuchen, Messer, Schere etc. zu erreichen, so fest verankert hatte und sich keinen Zentimeter bewegte, wird aufgenommen, in die Hosentasche gesteckt, und schon konnte man die Leiter hinauf an die frische, angenehm trockene Lust hinaufklettern. Duh! Herrlich, dieses fiese, eigentlich auch ziemlich unlogische Rätsel mit der simplen und doch so gemeinen Lösung. Ich weiß ja nicht, wie es euch ging, aber ich war damals schon bannig stolz, nachdem ich das Rätsel gelöst hatte und irgendwie hilf es mir auch, mich in die "twisted minds" der Monkey Island-Macher hineinzuversetzen und alle folgenden Rätsel dadurch leichter zu lösen... was nicht heißt, dass ich an folgenden Rätseln nicht auch hängenblieb, aber überdimensionierte Wattestäbchen Marke Eigenbau, Kokosnusskatapulte und Ähnliches waren nach jenem Rätsel auf sehr merkwürdige Weise besser nachzuvollziehen und zu ersinnen. Ich liebe dieses Unterwasser-Rätsel!

Sonntag, 21. Oktober 2012

52 Games: Krieg


Letzte Woche erst habe ich verkündet, dass mich Tode in Videospielen nicht berühren, weil ich mir dessen bewusst bin, dass sie nicht echt sind, und nun gibt uns das Zockwork Orange als 38. Thema für das 52 Games-Projekt das Thema Krieg vor, und zwingt mich dazu, zurückzurudern. Meh.

Mit Krieg in Videospielen habe ich nämlich so meine Probleme. Obwohl, das stimmt nicht ganz. Mit dem Nachspielen realer Kriege oder um reale Konflikte konstruierter Kriege habe ich ein Problem. Das finde ich nicht gut, ich selbst will sowas nicht spielen und eigentlich will ich sowas auch nicht im Laden im Regal stehen sehen. Denn, obwohl ich weiß, dass das, was da auf meinem Bildschirm gezeigt wird nicht echt ist, weiß ich doch auch, dass der Vietnam-Krieg oder WWII, beispielsweise, sehr wohl echt und echt grausam war, das viele ihr Leben ließen oder auf andere Weise extrem darunter litten. Ich verstehe nicht, warum man so etwas nachspielen möchten sollte. Deswegen sage ich persönlich, abgesehen von dem kurzen Anzocken einer Demo des ersten Call of Duty damals, "Nein" zu allzu realistischen Kriegsshootern à la Battlefield, Homefront oder Medal of Honor.

"Ja, bitte!" sage ich hingegen sehr gerne zu anderen Spielen, die das Kriegsthema umfassen, denn, und hier kann ich das Zurückrudern wieder rückgängig machen, mit Tod in Games an sich habe ich, sofern ein gewisses Abstraktionsmaß gegeben ist, wie gesagt kein Problem. Einige Spiele, zum Beispiel Worms oder Frontschweine, setzen das Thema ja sogar recht harmlos und knuffig um. Die fand ich aber nie so toll, vermutlich fehlt mir für so rundenbasiertes Zeug einfach die Geduld. Gleiches gilt für Games, bei denen der effektivste Entwicklungsbaum- und Stärken/Schwächen-Auswendiglerner die besten Chancen hat. War- und Starcraft, ich meine euch! Allesamt gute Spiele, denen ich wenig abgewinnen konnte. Bandenkriege sind eine weitere Ausprägung von Krieg, bei der wir dann schon eher in meine Gefilde kommen. Wie ich schonmal in einem 52 Games-Beitrag schrieb, hatte ich großen Spaß an GTA: San Andreas und ich kann es kaum erwarten, dass ich mir endlich Sleeping Dogs leisten kann. 

Krieg im klassischen Sinne wird auch in Mass Effect behandelt, damit habe ich wiederum auch kein Problem, da dieser klassische Krieg in einem unklassischen Setting, dem Weltall, und somit ausreichend realitätsfern stattfindet. Außerdem hat man bei Mass Effect, anders als in den oben erwähnten Kriegs-Shootern, auch so etwas wie einen freien Willen. Man rennt nicht möglichst abzugsfreudig einer von irgendwelchen Befehlsgebern vorgegeben Marschroute nach, sondern es wird einem, bei allem unvermeidlichen Gemetzel, hin und wieder die Möglichkeit gegeben, durch "Diplomatie" Lagen zu entschärfen und Feuergefechte zu vermeiden. Zugegeben, allzu reichlich gesät sind diese Möglichkeiten auch nicht, aber es gibt sie, und das finde ich sympathisch. Deswegen ernenne ich hiermit Mass Effect zum Hauptthema meines dieswöchigen Beitrags, der hiermit aber auch schon sein Ende gefunden hat.

Sonntag, 14. Oktober 2012

52 Games: Trauer


Trauer, so lautet das 37. Thema des 52 Games-Projekts. Trauer, wieder so ein alltäglicher Begriff, von dem ich nicht so recht weiß, was er denn nun genau heißt. Gibt es einen Unterschied zwischen Trauer und Traurigkeit, soll heißen: empfindet man Trauer nur beim Tod eines Sympathieträgers? Ist Trauer über das Ableben eines verehrten Prominenten auch noch Trauer, oder eher Enttäuschung? Oder erlebt man gar jedesmal, wenn man traurig ist Trauer? Eine Wikicherche sagt mir: "Der Begriff Trauer bezeichnet die durch ein betrübendes Ereignis verursachte Gemütsstimmung". Demnach ist also jedes Unglücklichsein Trauer. Das finde ich ein bisschen zu schwammig. Hach, es ist nicht einfach. Für mich ist in meinem persönlichen Sprachgefühl der Begriff Trauer jedenfalls durchaus mit Tod verbunden, also werde ich auch über diese Art von Trauer schreiben.