Dienstag, 8. Februar 2011

DIY-Sushi-Chemiekasten

Manche Sachen, so meine These, sind nur teuer, weil sie hip sind und nur hip, weil sie teuer sind.
Das gilt besonders im Technologie-Sektor, in dem ein kleines i am Anfang des Produktnamens den Preis in schwindelerregend irrationale Höhen schnellen lässt, aber auch in der Kulinarik. Wären Austern zum Beispiel für 3 Euro an der Imbissbude um die Ecke erhältlich, ich wette, keiner würde sich freiwillig eine rohe Ladung Hafenschleim in den Rachen glitschen lassen.
Ein weiteres Beispiel ist Sushi, das Apple-Produkt unter den Schnellrestaurant-Spezereien (nur halt das hier das i hintendran steht). Mag ja sein, dass Sushi in Japan durchaus Tradition hat und von Meistern der Küchenmesserschwingerei kunstvoll zusammenkompositioniert wird, hier im Westen wäre aber wohl kein Hipster auf die Idee gekommen, sich rohen Fisch, pampigen Reis und getrocknete Algen einzuverleiben, wenn es nicht etwas mainstreamig Elitäres hätte.
Molekularküche lässt sich wohl auch in diese Kategorie einordnen, wobei ich hier den Hype durchaus ein Stück weit nachvollziehen kann, schließlich bekommt man für sein Geld etwas Spektakel auf den Teller, das vermutlich das Esserleben tatsächlich beeinflusst.

Wie dem auch sei, in folgendem Video wird ein Molekular-Sushi-Baukasten vorgestellt, mit dessen Hilfe man sich aus Pulvern, Flüssigkeiten und einem Klotz, der aussieht als käme er aus Afghanistan und fiele unter das BtMG, relativ zeitsparend Sushi-Häppchen zusammenbasteln,die auf mich genauso wenig appetitlich wirken wie das herkömliche Sushi. Ich wage mal die Prognose, dass sich, selbst bei völlig überhöhtem Preis, dieses Produkt im Okzident nicht durchsetzen wird.


hier erschnorchelt

Auch erhältlich: Spaghetti-Bausatz und Softeis-Kit(t).

4 Kommentare:

  1. Also ich würd's kaufen, auch wenn ich keinen Fisch mag. Sieht sehr entspannend aus.

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  2. Habe erst nach dem Posten gesehen, dass das Süßigkeiten sind, die man da zusammenpanscht, Fisch-Ressentiments stellen also kein Problem dar. Wenn es Dir aber um die Zen-artige Entspannung geht, würde ich das Italienisch-Set empfehlen, da kannst Du die Spaghetti einzeln rollen.

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  3. Die Spaghettifactory hatte ich mir auch angeschaut, aber darauf hätte ich glaube ich keine Lust, weil das etwas unappetitlich aussieht. Und das Softeis war zu einfach :)

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  4. Ich finde, das sieht alles ziemlich unappetitlich aus... ;)

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