Dienstag, 1. Mai 2012

Kampagne gegen die traditionelle Ehe

Diese Überschrift ist natürlich völlig falsch und Wasser auf die Mühlen jener Idioten, die behaupten alternative (Zusammen-) Lebensweisen zerstörten die Familie als Fundament der Gesellschaft und führten deshalb direktemang in den Untergang der Menschheit. Aber sie hat eure Aufmerksamkeit erhascht, die Überschrift, nicht wahr? Und genau darum geht es auch in der Kampagne Every1Against1 der Agentur The Variable: Aufmerksamkeit schaffen für die diskriminierenden Folgen des heute in einer Woche zur Wahl stehenden Ammendment One zur Staatsverfassung von North Carolina. Dabei spielen sie bewusst provokant auf die Zeit der Segregation vor dem Erfolg der afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 50er und 60er-Jahre an. 
"On May 8th, make history. Don't repeat it."


Dabei geht es nicht (nur) um die Diskrimnierung homosexueller Paare, wie auf den weiteren drei Plakaten (nach dem Sprung) thematisiert wird. Die Debatte um die in North Carolina ohnehin schon illegale "Homo-Ehe" ist eine ganz andere, denn das zur Wahl stehende Ammendment betrifft so viel mehr Menschen. Ammendment One besagt, dass, wenn es denn durchkommt, zukünftig nur noch Ehen zwischen einem Mann und einer Frau als einzige häusliche Einheit im rechtlichen Sinn anzusehen ist. Das bedeutet, dass in diesem Falle allen unverheirateten Paaren so elementare Rechte wie zum Beispiel das Krankenhausbesuchsrecht genommen würden (eines der Rechte, übrigens, dass auch hierzulande in eingetragenen Partnerschaften Lebenden noch verwährt wird, aber das nur am Rande). Auch der Schutz vor häuslicher Gewalt würde unverheirateten Frauen dann nicht mehr zukommen dürfen, es hätte Auswirkung auf Witwenrenten, Kinder unverheirateter Paare wären nicht mehr familienversichert und so weiter... Ausführlichere Informationen gibt es auf der Website der Kampagne.

Wie jemand für so einen Entwurf stimmen kann will mir einfach nicht in den Kopf. Seht nun nach dem Sprung die restlichen Plakate der sehr guten Kampagne.







Kommentare:

  1. Gut, sehr, sehr gut sogar. Nicht übertrieben, mit viel Stil und sehr gekonnt in Szene gesetzt. Das ist die Art, wie auf sowas reagiert werden muss. Bleibt immer zu hoffen, dass sich langfristig was an solchen Situationen und Missständen ändern wird. Perfekt ist es noch längst nicht.

    AntwortenLöschen